Heiß, sehr heiß war es, als sich der TITUS Van Freitagnachmittag den Weg in Richtung Saarbrücken bahnte. Von Münster aus ging es zunächst in Richtung Köln, wo weitere Teamfahrer zustiegen und dann weiter über die A1 in Richtung Südwesten. Dass diese Autobahn auch 2025 noch nicht durch die Eifel führt, ist kein Geheimnis, allerdings bescherte eine Baustelle ein noch früheres „ab hier geht’s erstmal nur über Landstraße weiter“ Szenario. So wurde die Reise schnell zu einer Sightseeing Tour durch den Natur- und Geopark Vulkaneifel. Das war schon ganz nett, allerdings waren wir dann doch heilfroh, als wir um halb 7 endlich die Stadtgrenze der Hauptstadt des Saarlandes erreichten. Schnell in das 500 Meter vom Skatepark entfernte Hotel eingecheckt, kurz zum Supermarkt und dann ab auf die Fläche – jetzt konnten sich die Jungs austoben.

COS Cup Saarbrücken | Deutsche Skateboardmeisterschaft 2025
Halbzeit bei der Süd-Westdeutschen Meisterschaft im Saarland!
Der Bürgerpark ist eine direkt an der Saar gelegene Grünfläche mit Überresten eines Amphitheaters und ehemaliger Industrieanlagen. Außerdem beherbergt er eine wirklich uralte „Mini-Vertramp“, an der ich schon vor über 20 Jahren ein Skatephoto geschossen habe. Der Skatepark ist mittlerweile auch schon 7 Jahre alt, hat aber einen durchaus modernen Charakter, abgesehen von den üblichen „Rail zu niedrig“ oder „schlecht anzufahren“ Problemchen. Die hohen Pappeln an der Westseite boten angenehmen Schatten und so nahm eine gechillte Practise Session ihren Lauf. Die DSHLD Jungs waren natürlich alle am Start, Bartosz Ciesielski und Co und auch Nick Wauer und Anny-Lynn hatten den Weg aus Dresden(!) nach Saarbrücken gefunden – und ich beschwere mich über 80km Bundestraße durch die Eifel!
Als wir Samstagmorgen den Park erreichten, war eins sofort offensichtlich: Es würde noch einige Stunden dauern, bis auch nur ein klein wenig Schatten die Fläche erreichen würde. Ohne die aufgestellten Zelte des COS und die kalten Getränke, mit der die Skaters-Palace Crew die Fahrer versorgte, wäre der ein oder andere Fahrer/in sicher schon nach kurzer Zeit kollabiert. Zunächst durften die Frauen in der Vorentscheidungs-Hitze antreten, und es war schön zu sehen, dass sowohl in der B, als auch in der A Gruppe einige neue (bzw. lokale) Gesichter am Start waren. Jessica Tran zeigte wie schon in Dortmund keinerlei Nerven und qualifizierte sich souverän auf dem ersten Platz der FLINTA A-Gruppe. Selbiges tat die erst 8-jährige Alma Schneider in der B-Gruppe die mit ihren Stay-On Runs zum Publikumsliebling des Wochenendes wurde.
Es folgten die Herren, deren 3 Gruppen (A, B und Ü35) in insgesamt 4 Heats gemischt in die Qualifikation gingen. Die mittlerweile echt zahlreichen Zuschauer bekamen astreines Skateboarding geboten, sowohl von den lokalen Rippern wie Josh Junkes, Dennis Puchala oder Pascal Solich, als auch von weit zugereisten wie Mika Möller, Jost Arens oder Jan Rehring. Mika landete schließlich auf dem ersten Platz und somit direkt im sonntäglichen Final aber das Jan direkt dahinter folgte war schon beeindruckend. Unterm Strich hatten es alle im TITUS Van Mitgereisten in das Semifinale geschafft manch einer belohnte sich mit einem kleinen Abstecher zu einem Badesee. Der Rest genoss den Abend zusammen mit anderen Mitstreitern und den Jungs und Mädels von der Orga/Judge-Crew in der warmen Sommernacht vor dem Hotel.
Sonntag – Finaltag. Im Gegensatz zum ersten Tour-Stopp in Dortmund musste man sich, ebenso wie schon am Samstag, keinerlei Sorgen vor einsetzendem Regen machen. Kein einziges Wölkchen zeigte sich am Himmel und somit konnte sich Mika erstmal entspannen. Für die restlichen 11 Semifinalisten der Pro-Division ging es hingegen gleich zur Sache und ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie man um 12 Uhr Mittags auf einem derart hohen Niveau skaten kann. Pascal Solich musste obendrein komplett ohne Practise starten (er hatte scheinbar ein wenig länger geschlafen), heizte aber dennoch wie kein Anderer durch seinen Local-Park. Die erneut sehr zahlreich erschienenen Zuschauer wussten seinen und auch alle anderen Runs des Semi-Finals mit viel Applaus zu würdigen! Es folgten die Finals der beiden FLINTA Gruppen und wie schon am Samstag ließ hier Jessica Tran nichts anbrennen. Hier ein 50/50 am Flatrail, da ein Fs Boardslide am Top-Rail und ein cleaner Bs Flip über die Hip waren nur einige ihrer kontrollierten Manöver. Bei den Flinta Amateuren ließ sich Alma Schneider nicht mehr von Platz 1 drängen und heimste somit ihren ersten COS Sieg ein. Glückwunsch!
In der B-Division zeigte sich ein hohes lokales Niveau was Ben Maurer und Maximilian Friedrich auf die Plätze 3 und 2 beförderte. Monchef Khamlichi hatte schon im letzten Jahr in Torgau seine Skills unter Beweis gestellt und dass er weiter an selbigen gefeilt hat zeigte sich nun in Saarbrücken mit dem 1. Platz. Bei den Ü-35igern fand dann erstmals die „2 Runs und dann einen Best Trick an einem von 3 ausgewählten Obstacles“ Regelung Anwendung. Hier hatte am Ende Nick Wauer die Nase vor Bartosz Cisielski vorne, auch wenn es denkbar knapp war.
Wer den Einzug in das große Finale der Pro-Division geschafft hatte war mittlerweile ebenfalls durchgesickert und es war schon eine kleine Überraschung, dass es alteingesessene „Dauerfinalisten“ wie Jost Arens oder Flo Westers es nicht geschafft hatten. Am Ende hatte hier Local Josh Junkes die meisten und besten Tricks an den einzelnen Obstacles geschafft, zusätzlich zu 2 fehlerfreien Runs. Tim Otto´s Konsistenz und schiere Menge an (Flip) Tricks bescherte ihm den 2. Platz vor dem Gewinner von Dortmund, Dominic Wenzel, der auf dem 3. Platz landete. Ende, Aus, Applaus? Nein, noch nicht ganz, den Ravenol Barrel-Jump gabs ja auch noch und hier holte sich Nico Böttcher den Gutschein für ein Wochenende in der Bretterbude ab. Glückwunsch an alle Gewinner, ihr habt es euch redlich verdient.
Das war es dann auch schon wieder mit dem 2. Stopp der COS Cup Serie 2025. Saarbrücken war eine Top-Wahl als Tourstopp, vor allem weil man das ehrliche Gefühl hatte, dass sich Locals sowie Zuschauer wirklich freuten, dass mal ein etwas größerer Skate-Event in ihrer Stadt stattfand. Das Rennen um die deutsche Meisterschaft, die in diesem Jahr bekanntlich nach gesammelten Punkten entschieden wird, geht in nur 10 Tagen in Dessau in die finale Runde. Wer momentan auf welchem Platz steht und demnach eine Chance auf den Deutschen Meistertitel 2025 hat, könnt ihr und den Punktetabellen unter den Siegerehrungsfotos sehen! Ganz klar, es bleibt spannend!













































